Teilnehmer der Radtour vor dem Krankenhaus Haßfurt 

 

Die „Radtour pro Organspende“ machte Station in Haßfurt

 

Das Etappenziel Haßfurter Krankenhaus hatten die Teilnehmer der „Radtour pro Organspende“ am Montagabend ausgewählt. 30 Radler, die meisten davon mit einem transplantierten Organ, wurden von Landrat Wilhelm Schneider, der SPD-Bundestagsabgeordneten Sabine Dittmar, Monika Strätz-Stopfer, Leiterin der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen (KOS) und Hannelore Seitz, Vorsitzende der IG Niere Schweinfurt/Haßberge e.V im Foyer des Hauses Haßfurt der Haßberg-Kliniken empfangen.

„Organspende rettet Leben!“ Wilhelm Schneider brachte es auf den Punkt. Wer bereit ist, anderen nach seinem Tod Herz, Leber, Niere oder andere Organe zu spenden, der sorgt dafür, dass ein Leben weitergeht.

 Dankeschön Bild Hilpert u. Kramer Blick in Kamera

Herr Hilpert überreicht ein kleines Dankeschön an Frau Kramer.

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MdB Sabine Dittmar und Landrat Wilhelm Schneider im Gespräch mit Teilnehmern der Radtour.

 

 Teilnehmer beim Imbiss vor der Glashütte   Gruppenbild Monika Hannelore und Mann  Begrüßung im Foyer durch Monika

Bilder: Karin Kramer (Haßergkliniken)

 Das von Bernd Hilpert zum Beispiel. Der 56-Jährige hat 2011 nach vier Jahren Dialyse eine neue Niere bekommen. Ein Einschnitt, der vieles änderte. „Ich bin stabil und kann mich auch sportlich wieder betätigen“, erklärt der zweifache Vater und untertreibt dabei ein wenig. Mehr als 600 Kilometer legt er im Rahmen der elften Auflage der „Radtour pro Organspende“, die er in Zusammenarbeit mit dem Verein Trans-Dia-Sport Deutschland organsiert hat, von Bayreuth bis Frankfurt binnen acht Tagen zurück.

100 Kilometer davon hatte er am Montag zusammen mit gut 30 Mitstreitern in den Beinen, als er am Krankenhaus der Kreisstadt ankam. Hatte von Coburg über Bamberg nach Haßfurt dem starken Wind, der meist von vorne kam, getrotzt und strahlte danach übers ganze Gesicht.

 „Wir kommen gerne hier nach Haßfurt“, führt er vor seinen Radlerkollegen und zahlreichen Gästen im Foyer des Krankenhauses aus. Schließlich seien die Krankenhäuser im Landkreis Haßberge vorbildlich, wenn es um Organspende geht. Genau solche Etappenziele suche man aus, um einfach Danke zu sagen und für die Organspende zu werben. „Auch ein kleines Haus kann hier Großes leisten.“

 Ein Eindruck, den Sabine Dittmar nur bestätigen konnte. Der SPD-Bundestagsabgeordneten war der Termin am Montag eine Herzensangelegenheit. Schon seit vielen Jahren engagiert sie sich für Organspende, unter anderem als Schirmfrau der IG Niere Schweinfurt-Haßberge, und richtete daher gerne ein Grußwort an Radler, Begleiter und Gäste.

 In dem stellte sie eines vor allem heraus. „Treffen Sie eine Entscheidung!“ Es sei wichtig, sich mit dem Thema intensiv zu befassen und dann für sich zu sagen und – noch wichtiger – zu dokumentieren, ob man zur Organspende bereit ist. Am besten natürlich in Form des entsprechenden Ausweises. Der kann in einer ohnehin schon schwierigen Situation für die Angehörigen eine wichtige Stütze sein und ihnen zumindest eine Belastung nehmen.

 Zwei Fragen, die man sich bei der Entscheidung „Für oder Wider“ stellen sollte, führte Wilhelm Schneider an. „Wird denn, wenn ich den Spenderausweis bei mir trage, wirklich alles getan, wenn ich lebensbedrohlich erkranke?“ lautete die erste. „Bekommt auch wirklich, der das Organ, der es am nötigsten hat?“ die zweite. Antworten lieferte der Landrat gleich mit. „Natürlich werde alles getan, um Leben zu erhalten“, lautete die erste. Zudem stelle das Transplantationsgesetz sicher, dass es keine vorschnelle Entnahme von Spenderorganen gebe. Die Antwort auf die zweite Frage falle erst langsam wieder positiv aus. Stichwort: Organspende-Skandal. Die Bevorzugung von Patienten habe viel Vertrauen zerstört, dass erst langsam wieder aufgebaut werden muss. Immerhin zeigte der Trend zur Spendenbereitschaft zuletzt wieder deutlich nach oben, auch wenn täglich noch immer drei Menschen in Deutschland sterben, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten.

 „Wir müssen alles daran setzen, die Bevölkerung zu informieren und sie zur Beschäftigung mit dem Thema zu bewegen“, machte auch Sabine Dittmar klar. Veranstaltungen, wie die „Radtour pro Organspende“ seien dafür ein sehr gutes Mittel. „Sie sind Botschafter einer ebenso wichtigen wie guten Sache“, meinte die SPD-Bundestagsabgeordnete mit Blick in die Runde der Radler. Dort gab es neben dem strahlenden Bernd Hilpert auch viele andere fröhliche Gesichter zu sehen. Die Teilnehmer hatten Spaß und waren damit die lebenden Beweise für das, was Sabine Dittmar an den Anfang ihres Grußwortes gestellt hatte. „Organspende schenkt nicht nur Leben, sie gibt auch Lebensqualität und Lebensfreude zurück.“

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